Gute Frage!

•25. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Mein dritter Beitrag in Folge über den alltäglichen Politikwahnwitz. Keine Angst, mein Blog soll jetzt nicht zum Politik-Blog verkommen. Für diese Thematik gibt es weitaus bessere und lesenswertere. Aber dieses eine Mal noch… Die Frage hatte ich mir nämlich auch schon mal gestellt.

Huch??

•24. Oktober 2009 • 1 Kommentar

„Computerspiele sind ein selbstverständlicher Teil unserer Alltagskultur geworden. Deswegen soll die Entwicklung hochwertiger, kulturell und pädagogisch wertvoller Unterhaltungsmedien gefördert und der Deutsche Computerspielpreis aufgewertet werden.“

Nachzulesen auf Seite 64 im frisch – wahrscheinlich – beschlossenen Koalitionsvertrag (PDF-Link). Hab ich was verpasst?! Gerade der erste Satz ist ja fast schon eine 180 Grad-Wendung im Vergleich zu vorherigen Aussagen. Und mehr steht da wirklich nicht über das Thema Computer- und Videospiele drin. Hätte auch niemals für möglich gehalten, dass ich mal auf eine CDU-Seite verlinke.

Verlierer in der Schmollecke

•18. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Es hat mich ja schon etwas überrascht, dass die FDP in den Koalitionsverhandlungen bei den Punkten der Inneren Sicherheit (Zugangserschwerungsgesetz, Vorratsdatenspeicherung und Onlinedurchsuchung) gegen die CDU solche Achtungserfolge erzielen konnte. Ich dachte ja eigentlich, dass sie diese Themen am Verhandlungstisch als erste opfern würden, um dafür andere Sachen für sich durchzuboxen. Aber ich lasse mich immer gerne etwas positiv überraschen.

Dank des künftigen kleinen Koalitionspartners dürfen Daten aus der Vorratsdatenspeicherung nur bei schweren Gefahrensituationen, bei denen unmittelbare Gefahr für Leib und Leben besteht, herangezogen werden. Gespeichert wird aber leider weiterhin. Es ist auch fraglich, ob der Zugang zu den Daten nicht auch bei einer (konstruierten) Präventivabwehr einer Gefahrensituation möglich gemacht wird.

Das Bundeskriminalamt muss bei dem Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen (Zugangserschwerungsgesetz) erst versuchen, die Seiten zu löschen, statt nur zu sperren. Nach einem Jahr soll der Erfolg dieser Maßnahmen überprüft werden. Na also, geht doch. Leider ist das Zensur-Instrument auch weiterhin noch da und nicht gänzlich abgeschafft.

Auch sind Onlinedurchsuchungen von Computern Verdächtiger nur mit Genehmigung der Bundesstaatsanwaltschaft möglich. Vorher reichte ein schnöder Antrag beim Amtsgericht. Damit gibt es jetzt formal weitaus größere Hürden. Nur abgeschafft ist – wie es sich die FDP gerne gewünscht hätte – auch rein gar nichts.

Trotz allem, große Schritte in die richtige Richtung. Abschließend einen Kommentar zum Thema, der mir aus der Seele spricht:

„Neben Ursula von der Leyen, die mittlerweile in das Gesundheitsressort weggelobt wurde, zählt vor allem die SPD zu den Verlieren der innenpolitischen Entscheidungen bei den Koalitionsverhandlungen. Da hat sie nun als treuer Vasall der Union jede Kröte, die ihr angeboten wurde, mit Genuss verspeist und nun kommt die FDP und zeigt, wie es auch anders gehen kann, wenn man denn nur will. Nun schmollt die SPD in der Opposition und hat ihr bürgerrechtliches Profil für alle Zeit verspielt. Was die Agendapolitik für das sozialpolitische Profil von SPD und Grünen, sind Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren und BKA-Gesetz für das innenpolitische Profil der SPD. Mögen sich die Spezialdemokraten in der Opposition ihre Gedanken machen.“
(Jens Berger)

Aion – Ein erster Eindruck

•15. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

…und so lag dann doch Aion in meinen Händen. Aion – dieser Asia-Grinder, der extra für den europäischen Markt angepasst wurde, weil Europäer halt nicht gerne grinden. Ich mag auch nicht grinden. Ich will tolle Geschichten und Abenteuer erleben. Dieser ganze Hype im Vorfeld über das Spiel konnte ich geflissentlich widerstehen, ja teilweise sogar ignorieren. Das was ich sah, überzeugte mich genauso wenig, wie die heiße Nachspeise beim Chinesen: Banane mit Puderzucker. Aion war meine heiße (Software)-Banane mit Puderzucker: es wirkte auf mich die ganze Zeit einfach immer noch zu sehr ….naja….typisch asiatisch. Und überhaupt, ich wollte doch keine MMOs mehr spielen.

Einmal Spieler, immer Spieler. Routinierte Handbewegung. Sobald man eine Silberscheibe in den Händen hat, muss man es installieren. Der erste Patch mit 490 MByte wurde direkt danach runter geladen. Links auf meiner Schulter gab mir der Pessimist gleich recht: „Oh, sieh an. Kaum 14 Tage auf dem Markt und schon ein 500 MByte Flicken. Na, das wird ja eine schöne Bugschleuder.“ Der Optimist auf der anderen Schulter hielt dagegen: „Hey, 500 MByte Patch. Toll, diese Entwickler sind wirklich auf Zack.“

Im Intro musste ich beim Märchenonkel aus dem Off erst mal gleich die Augen verdrehen. Das war schon irgendwie leicht peinlich. Flugs wurde die Hintergrundgeschichte der Welt Atreia abgehakt, es flogen nur so komische Namen in die Hirnwindungen, dass ich fast nicht mehr mitkam. Die klassische Rassenfrage bei Fantasyspielen, Elyos (hell, hüsch und nett – die Guten) oder Asmodier (dunkel, attraktiv und böse), konnte ich schnell zugunsten der Asmodier entscheiden. Vier Startklassen, die auch dem Standard-Fantasy-Baukasten entsprungen sind und keine keine weiteren Erklärungen bedürfen: Priester, Späher, Magier, Krieger. Wer für was gut ist, dürfte klar sein.

Natürlich wurde es ein Krieger. Ich spiele immer Krieger. Ich spiele immer einen Tank. Nur bei Pen&Paper-Rollenspielen nehme ich komischerweise immer eine magische Klasse. Was wohl ein Psychologe dazu sagen könnte… Anyway, ich war im Charakterbaukasten. Und dieser hat mich das erste Mal umgehauen – im positiven Sinne. Ich bin jemand, der sich absolut mit einer Spielfigur identifizieren muss. Ich probiere an dieser Stelle immer viel aus, schaue mir Mimik, Animationen, Bewegungsabläufe an. Wie sitzt das gewählte Haar? usw. Oftmals gehe ich dann bei Rollenspielen wieder raus, lösche den Charakter und erstelle einen neuen, bis er äußerlich perfekt ist. Aions Charakterbaukasten ist beeindruckend umfangreich. Wirklich jedes noch so kleine Körperliche Detail konnte per Schieberegler verstellt werden. Alleine hier brachte ich fast eine Stunde mit zu.

Mit etwas Fummelarbeit konnte ich mir sogar meine geliebten Zwerge nachbauen. Cratosch (alle meine ersten Zwerge in Fantasyspielen heißen so) war somit auch in Aion geboren. Zwischen all den hochaufgeschossenen anderen Charakteren falle ich damit ziemlich auf.

Aions Welt ist hübsch! Die Grafik wird von der CryEngine 1 (Far Cry) befeuert und macht einen stimmigen, farbenfrohen bis landschaftlich leicht quitschigen  Eindruck. WOW!-Effekte, wie ich sie aber bei WoW hatte, fehlen mir ein wenig, was aber mit der gesamten Inszenierung zusammen hängt. Der Genreprimus hat das alles noch runder gemacht. Der weitere Einstieg ist kinderleicht und nach Genre-Standard. Mit den Hilfemenüs für Einsteiger mit ihren kleinen Videoschnipseln könnte selbst meine Großmutter den Charakter in ihre erste Instanz führen. Ein leichter Asia-Faktor blitzt hier und da bei den bunten Effekten und den Charaktermodellen durch. Das stört aber überhaupt nicht. Ich bin zudem jemand, dem das ganze neumoderne asiatische Zinnober – abgesehen von ihrer Küche – völlig kalt lässt. Das Monsterdesign ist erfrischend anders. Abstrakte Geschöpfe wechseln sich mit Knuddelköpfe-Design ab.

Die ersten Quests gingen gut von der Hand, waren aber alle auf „Töte 5 kriechende Kreaturen – Danke. Jetzt hol mir noch 8 Fußnägel der Kreaturen“ und Botenaufgaben von A nach B zu C beschränkt. Immer mal wieder erzählen kurze und gut animierte Cut-Sequenzen, der CryEngine sei dank, die Geschichte in In-Game-Grafik weiter. Groß gefühlsmäßig erreicht hat mich die Geschichte bisher allerdings nicht. Die Fertigkeiten sind verständlich, Kämpfe gegen Monster der gleichen Stufe und leicht darüber sind für ein Startgebiet zum reinschnuppern schon halbwegs anspruchsvoll. Auto-Attack wird nicht empfohlen. Dafür läuft man anfangs nicht in Lumpenklamotten herum, sondern trägt schon recht schicke Rüstungen.

Was soll ich rückblickend bis jetzt sagen? Aion hat mich wirklich positiv überrascht. Das Startgebiet habe ich heute hinter mir gelassen. Gleich werde ich noch fliegen lernen (ja-haa, lernt man bereits mit 10!). Zusammen mit Flugkampf soll das später eine Kernkomponente des Spiels sein und nicht wie es in World of Warcraft nachträglich mehr schlecht als recht einfach nur draufgepfropft wurde. Aion hat bisher alles richtig gemacht, was ein MMORPG 2009 machen muss. Ich finde nichts zu meckern. Bin gespannt, ob der Grind-Faktor später noch durchbricht. Wenn ich im Chat schon Anfragen lese, nach „Suche Templer für Lavadorf-Grinding“, könnte der spätere Einbruch vielleicht noch kommen. Überhaupt sollte NCSoft dringend was gegen die Goldseller unternehmen. Diese überfluten die Chats mit Nachrichten, dass man mit „ignorieren“ gar nicht nach kommt und eine normale Kommunikation bis jetzt fast unmöglich macht.

Ich bleibe am Ball. Vielleicht sollte ich auch noch mal wieder die heiße Banane riskieren.

Es könnte so einfach sein…

•13. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

world_of_goo

Ich habe eine Vision. Ich sehe in die Zukunft und sehe einen Videospielemarkt, ohne raffgierige Publisher mit viel zu engen Zeitplänen für die vielen großartigen Entwicklungsstudios mit ihren Ideen, die es dort draußen gibt. Einfach nur ein Markt für Spieler und Entwickler – ohne die ganzen negativen Begleiterscheinungen wie Bilanzpläne, Projektpläne, Statistiken, Finanzierungen etc. Ein Spiel wird veröffentlicht, wenn es fertig ist und weil es gut ist. Spieler dieser Videospiele kaufen das Spiel (von mir aus auch online) und legen den Preis des Spiels selbst fest.  Wie viel Spaß macht es? Wie lange kann ich mich damit beschäftigen? Wie ist der Spielflow? Die Grafik? Die Geschichte? Und was ist mir davon überhaupt wichtig und vor allem, was ist mir das Ganze wert? Ich lege selbst den Kaufpreis fest, den ich für dieses Spiel für angemessen erachte. Könnte das funktionieren? Keine Ahnung, die Vision ist schon wieder vorbei.

Aber, das Indie-Studio 2D Boy verkauft bis zum 19. Oktober ihr geniales World of Goo nach dieser Vision. Den Link dazu gibt es hier. Der Käufer selbst kann sich das Knobelspiel mit den Teerklumpen herunterladen und legt selbst seinen Kaufpreis fest. Bezahlt wird per Kreditkarte oder PayPal. Eine tolle Idee, hoffentlich wird es nicht übermäßig ausgenutzt. Neu kostet das Spiel momentan rd. 15 Euro. Ich hatte es letztes Jahr meinem Vater zum Geburtstag geschenkt. Mir selbst hatte ich es bis jetzt noch nicht zugelegt. Das wird sich ändern. Dieses fanatische Software-Kleinod ist von seinem Spielprinzip seine 15 Euro immer noch wert. Und ich fühle mich auch noch viel besser, wenn ich weiß, dass es diesmal zu 100% der kleine Entwickler bekommt.

Daher an alle Leser, die World of Goo noch nicht kennen. Kaufbefehl! Seid aber bitte fair. 2D Boy ist ein zwei-Mann-Betrieb. Ihr könnt jetzt den Grundstein für diese fantastische Zukunft legen. Und nicht nur wegen dieser Aktion habt ihr sonst etwas wirklich tolles verpasst. Aber Vorsicht: Das Hirn muss man beim Spielen schon etwas anstrengen. Hier geht es nicht nach dem Prinzip: „Folgen sie dem Navigationspfeil und zerstören sie alle Ziele.“